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FARC verschleppt französischen Journalisten in Kolumbien

29.04.2012 Die kolumbianische Rebellenorganisation FARC hat gestern einen französischen Journalisten in ihre Gewalt gebracht. Der Reporter begleitete einen Einsatz der kolumbianischen Armee. Dabei kam es zu einem Feuergefecht mit den Rebellen, bei dem der Journalist zunächst verwundet und anschließend entführt wurde.

Einsatz der Armee gegen die Produktion von Drogen

Die kolumbianische Armee führte am Samstag einen Routineeinsatz gegen die in Kolumbien ansässigen Drogenproduzenten durch. Ein französischer Journalist begleitete den Einsatz. Die kleine Gruppe von Soldaten entdeckten ein unerwartet großes Drogenversteck, in dem sich schätzungsweise 1,5 Tonnen Rohmaterial für die Kokainherstellung befanden. Die Rebellenorganisation FARC, die sich zu weiten Teilen aus dem Drogenhandel finanziert, verteidigte die Drogen und griff die Soldaten an. Nach Angaben der Armee waren die Rebellen den Soldaten stark überlegen und es kam zu einem langen Gefecht, bei dem vier Soldaten getötet und acht weitere verletzt wurden.

Journalist wird von Kugel getroffen und von Rebellen verschleppt

Im Laufe des Gefechts wurde der Journalist von einer Kugel in den Arm getroffen, wie die überlebenden Soldaten berichteten. Daraufhin entschied er, den Helm und die Schutzweste abzulegen und sich den Rebellen als Zivilperson zu erkennen zu geben. Nach Angaben der Soldaten ging er auf die Stellungen der Rebellen zu, um sich zu ergeben. Seither fehlt jede Spur von dem Journalisten. Der kolumbianische Verteidigungsminister Pinzón forderte die Guerrillaorganisation dazu auf, das Leben des Reporters zu respektieren.






© Harald Angles