Nachrichten aus Lateinamerika

Nordamerika




Kuba

Reliefkarte des Inselstaates Kuba
Die Geografie Kubas
Quelle: Wikimedia Commons

Kuba ist sicherlich eines der Länder Lateinamerikas, das am meisten Aufmerksamkeit erweckt. Dies liegt nicht nur an der natürlichen Schönheit und der interessanten Kultur der Tropeninsel. Das Land steht auch immer wieder wegen seines politischen Systems und seiner abwechslungsreichen Geschichte im Mittelpunkt.

Wo liegt Kuba?

Ein Wasserfall im Landesinneren
Ein Wasserfall im kubanischen Gebirge
Quelle: Wikimedia Commons

Kuba ist ein Staat, der aus mehr als 4000 Inseln besteht, von denen die größte wie das Land selbst den Namen Kuba trägt, die zweitgrößte hingegen heißt Isla de la Juventud. Viele der teilweise sehr kleinen Inseln, die zu Kuba gehören, sind unbewohnt. Das Land gehört zu den Großen Antillen, die Hauptinsel hat eine Länge von 1250 Kilometern. Kuba wird im Süden vom Karibischen Meer, im Nordwesten vom Golf von Mexiko und im Nordosten vom Atlantischen Ozean umgeben.

Das Klima in Kuba ist tropisch warm. In der Zeit zwischen November und April ist die Region relativ trocken, von Mai bis Oktober kommt es zu häufigen Regenfällen. Die Zeit zwischen Juli und November ist außerdem durch zahlreiche Tropenstürme geprägt, die die Wirtschaft des Landes schwer schädigen können und auch hin und wieder zu Toten und Verletzte führen.

Die Geschichte Kubas

Eine Festung der spanischen Eroberer
Eine spanische Festung auf Kuba
Quelle: Wikimedia Commons

Vor der Ankunft der Spanier wurde die Insel vom Volk der Taíno besiedelt, das zum Volksstamm der Arawak zählte, der in ganz Südamerika und der Karibik verbreitet war. Die Spanier besiedelten das Gebiet bereits seit Beginn des sechzehnten Jahrhunderts. Die Taíno wurden innerhalb von kurzer Zeit ausgerottet. Dafür war zum einen die direkte Gewalteinwirkung der spanischen Eroberer verantwortlich, zum anderen zeigte sich dieses Volk auch sehr anfällig gegenüber den aus Europa eingeschleppten Krankheiten. Innerhalb weniger Jahrzehnte wurde dieses Volk vollständig zerstört.

Während der Kolonialzeit war der Zuckerrohranbau eine der wichtigsten Einnahmequellen Kubas. Für den Anbau, der viele Arbeitskräfte benötigte, wurden Sklaven aus Afrika in das Land gebracht.

Kuba war das Gebiet in Lateinamerika, in dem die Spanier ihre Herrschaft am längsten aufrechterhalten konnten. Erst 1868, als die übrigen Gebiete bereits seit Jahrzehnten von der spanischen Krone unabhängig waren, lehnten sich die Kubaner gegen die Fremdherrschaft auf. Doch blieben die Unabhängigkeitsbestrebungen vorerst erfolglos, obwohl es zu drei teilweise langjährigen Kriegen kam. Erst als 1898 die USA gegen die Spanier vorgingen, wurde die spanische Herrschaft in Kuba beendet. Allerdings wurde die Insel im Zuge des Spanisch-Amerikansichen Krieges von den USA besetzt. Offiziell wurde Kuba 1902 unabhängig, jedoch erlangte die Insel bis 1934 nicht die vollständige Souveränität von den USA. Ein Überbleibsel der US-amerikanischen Herrschaft in Kuba bleibt bis heute bestehen. Die USA halten im Südosten der Insel, in der Bahía de Guantánamo den Militärstützpunkt Guantanamo Bay. Dieser wurde durch das Gefangenenlager, das die USA dort für ihre Gefangenen aus dem Afghanistan- und Irakkrieg einrichteten, weltweit bekannt. Kuba betrachtet dieses Gebiet nach wie vor als Teil seines Staatsgebiets und erkennt die Herrschaft der USA nicht an.

Die Revolutionsührer Fidel Castro und Ernesto Guevara
Fidel Castro und Che Guevara
Quelle: Wikimedia Commons

1959 kam es zur kubanischen Revolution. Unter Leitung von Fidel Castro wurde der kubanische Diktator Fulgencio Batista gestürzt. Castro und seine Mitstreiter errichteten in Kuba eine sozialistische Republik und enteigneten unter anderem US-amerikanische Firmen und Privatleute. Daraufhin verhängten die USA ein umfassendes Wirtschaftsembargo. Das Land wurde von dem Embargo wirtschaftlich schwer getroffen, die Anlehnung an die Sowjetunion konnte den Handel mit dem Nachbarland nie vollständig ersetzen. 1962 kam es zur so genannten Kubakrise. Die Sowjetunion begann mit der Stationierung von Atomraketen auf Kuba. Die USA fühlten sich durch diesen Vorgang stark bedroht und die Welt stand kurz vor einem Atomkrieg zwischen den verfeindeten Supermächten. Erst in letzter Sekunde konnte der Konflikt ohne schwerwiegende Eskalationen beigelegt werden.

Politik und Wirtschaft in Kuba

Die Hauptstadt Kubas
Havanna - Die Hauptstadt Kubas
Quelle: Wikimedia Commons

Kuba ist das einzige lateinamerikanische Land, das eindeutig als nicht demokratisch bezeichnet werden muss. Obwohl Wahlen stattfinden, ist bereits die Aufstellung der Kandidaten undemokratisch. Es wird pro Parlamentssitz genau ein Kandidat aufgestellt, der sich zum Regime und zum sozialistischen System bekennen muss. Obwohl das Parlament formal das wichtigste Staatsorgan in Kuba ist, das die Regierung wählt, hat es real nur sehr geringfügige Kompetenzen. Es tritt in der Regel nur zwei Mal jährlich zusammen und bestätigt die Entscheidungen der Regierung. Über 50 Jahre hinweg bekleidete Fidel Castro durchgängig alle wichtigen Staats- und Parteiämter in Personalunion. Die politische Meinungsfreiheit ist stark eingeschränkt.

Das Wirtschaftsembargo der USA traf Kuba sehr hart. Kuba, das vor der Revolution zu einem der reichsten Länder Lateinamerikas zählte, ist heute eines der ärmsten. Jedoch ist die Frage, worauf dieser Verlust des Lebensstandards zurückzuführen sei, sehr umstritten. Je nach politischer Überzeugung wird dafür entweder das Handelsembargo verantwortlich gemacht, oder die Wirtschaftsprobleme werden auf innerkubanische Prozesse zurückgeführt. Wahrscheinlich ist jedoch eine Mischung aus beiden Faktoren für die Entwicklungsprobleme verantwortlich. Obwohl das Durchschnittseinkommen sehr gering ist, konnte durch eine gerechtere Einkommensverteilung die extreme Armut in Kuba stark gesenkt werden. Eine sehr gute Schulbildung und eine gute medizinische Versorgung sind in Kuba gewährleistet.

Kultur und Tourismus in Kuba

Tropischer Sandstrand auf Kuba
Ein Sandstrand auf Kuba
Quelle: Wikimedia Commons

Die kubanische Kultur ist auf der Welt sehr bekannt. Fast jeder wird sicherlich einmal ein Bild von Havanna gesehen haben, auf dem Autos aus den fünfziger Jahren noch durch die Straßen fahren. Kubanische Zigarren sind weltbekannt und auch Bilder von Fidel Castro und Che Guevara, die die kubanische Revolution anführten, sieht man oftmals in der Öffentlichkeit. Diskussionen um die kubanische Politik sind häufig und führen oft zu Meinungsverschiedenheiten.

Auch die kubanische Musik konnte viele Menschen begeistern. Die Aufnahmen kubanischer Musiker, die unter dem Titel Buena Vista Social Club vermarktet wurden, sind spätestens seit dem großen Erfolg des gleichnamigen Films auch in Deutschland sehr bekannt. Doch gibt es darüber hinaus noch viele weitere kubanische Musiker, die auch international Erfolge feiern konnten. Der Bolero ist eine Liedform, die es bereits im neunzehnten Jahrhundert zu internationalem Erfolg brachte. Auch heute noch sind die Boleros in Kuba und in anderen Teilen der Welt sehr beliebt. Auch Salsa ist eine Musikrichtung, die ihren Ursprung in Kuba hatte und die sich auf der ganzen Welt ausbreiten konnte.

In den letzten Jahren wird Kuba ein immer beliebteres Reiseziel deutscher Urlauber. Da nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion der wichtigste Devisenbringer Kubas nicht mehr vorhanden war, öffnete sich das Land immer mehr für den Tourismus und führte auch viele Projekte zur Verbesserung der Infrastruktur durch. Obwohl die Karibikinsel für deutsche Urlauber sehr abgelegen liegt, entscheiden sich viele Urlauber für eine Reise nach Kuba. Die wunderschönen Strände, die faszinierende Vegetation und das warme Klima machen eine Kubareise zu einem herausragenden Erlebnis. Nicht zuletzt werden auch viele Urlauber von der kubanischen Lebensart, die viel Musik und Tanz beinhaltet, angezogen.

Zu Kuba sind bisher folgende Artikel erschienen:

Besuch des chinesischen Staatspräsidenten

24.07.2014 Zum Abschluss seiner Lateinamerikareise besuchte der chinesische Staatspräsident mit einer hochrangigen Delegation Kuba. mehr>

Juan Formell ist tot

02.05.2014 Mit Juan Formell verliert Kuba einen seiner beliebtesten Künstler. Der Salsa-Musiker erhielt auch international viel Anerkennung. mehr>

Skandal um ZunZuneo

10.04.2014 Ein Pressebericht deckte auf, dass das soziale Netzwerk ZunZuneo im Auftrag einer US-Behörde erstellt wurde, um die Opposition in Kuba zu unterstützen. mehr>

Staatschefs Lateinamerikas und der Karibik treffen sich in Kuba

30.01.2014 In Havanna trafen sich in den letzten Tagen 31 Staatschefs im Rahmen eines Gipfels der CELAC. Dabei gab Kuba die Rolle des Vorsitzes an Costa Rica ab. mehr>

Ökotourismus - eine interessante Reiseoption für Kuba

26.09.2013 Auf einer Tagung in Kuba befassten sich die Teilnehmer mit den Möglichkeiten, die der Ökoturismus für diese Insel anbietet. mehr>

Gedenken an Che Guevara

14.06.2013 Der argentinischstämmige Revolutionsführer würde heute 85 Jahre alt. In Kuba finden zahlreiche Gedenkveranstaltungen zu diesem Anlass statt. mehr>

Raúl Castro im Amt bestätigt

25.02.2013 Das kubanische Parlament wählte erneut Raúl Castro zum Präsidenten. Außerdem wurde ein neuer Vizepräsident gewählt, der als möglicher Nachfolger Castros gilt. mehr>

Messe in Havanna eröffnet

05.11.2012 In Havanna wurde gestern die 30. Internationale Messe eröffnet. Die Ausstellugn zog Aussteller aus 60 verschiedenen Ländern an und findet in einem positiven wirtschaftlichen Umfeld statt. mehr>

Silvio Rodriguez wird 65

30.11.2011 Der kubanische Sänger und Dichter Silvio Rodriguez, der zu den beliebtesten Künstlern Lateinamerikas zählt, wurde gestern 65 Jahre alt. mehr>





© Harald Angles